Archives Februar 2019

Bindungstheorie und-problematik: Was brauchen Pflegekinder im Alltag?

Diese Frage wurde sehr eindrücklich und hilfreich in der Fortbildungsveranstaltung der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes in Kooperation mit den Pflege- und Adoptivfamilien- Unabhängiger Landesverband PAUL Niedersachsen e.V. am 16.02.2019 in Edewecht im Waldhaus Wildenloh beantwortet.

Circa 50 Pflegeeltern und andere Interessierte folgten aufmerksam den Ausführungen von Frau Dipl. Psych. Dr. Martina Cappenberg aus Münster, die neben einführenden bindungstheoretischen Grundlagen auch das Erleben innerfamiliärer Traumatisierung und die Entwicklungsfolgen für die betroffenen Kinder sehr eindrücklich aus Sicht der Kinder schilderte sowie anhand von praktischen Beispielen auch die Hilfen erläuterte, die diese Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien erfahren sollten.

Frau Dr. Cappenberg erläuterte gut nachvollziehbar den Bedarf der Kinder an korrigierenden Elternerfahrungen, was voraussetzt, dass ein Beziehungsangebot durch elterliche Bezugspersonen gemacht wird.

Hier benötigen insbesondere Pflege- und Adoptiveltern unbedingt das Wissen darum, dass regressive Bedürfnisse der Pflege- und Adoptivkinder in der Übertragung auf die Pflegeeltern als eine Kompensation der früheren überwältigenden Erfahrungen und als ein gesundender Prozess verstanden werden müssen.

Frau Dr. Cappenberg brachte den Pflege- und Adoptiveltern nahe, wie sie dem Kind in seiner „bösen“ Welt beistehen können und welche Haltung förderlich ist, um das kindliche Verhalten vor dem Hintergrund seiner Biographie besser deuten zu können.

Paul Niedersachsen e.V.  dankt der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes für die Organisation und Ausrichtung dieser wichtigen Fortbildungsveranstaltung und allen Teilnehmern für ihr Interesse und die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.

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Pressemitteilung 02/2019

Die aktuellen Missbrauchsfälle in Lügde haben die Landesverbände der Pflege- und Adoptvfamilien PAN NRW eV, PFAD für Kinder Landesverband Baden-Würtemberg eV, PFAD für Kinder Landesverband Bayern und den Pflege- und Adoptvfamilien Unabhängiger Landesverband PAUL Niedersachsen eV dazu veranlasst, sich in der vergangenen Woche mit einem dringenden Appell an das Bundesfamilienministerium in Berlin und die zuständigen Fachpolitker zu wenden.

Die vier Landesverbände fordern in ihrem Schreiben dringende und unerlässliche Veränderungen im Bereich des Pflegekinderwesens und distanzieren sich klar und ausdrücklich von stattgefundenen
Fehlvermittlungen, in deren Folge Kinder wiederholt zu Schaden gekommen sind. Grundsätzlich übernehmen Pflegeeltern eine wichtige gesellschafliche Aufgabe, bei der sie die größtmögliche Unterstützung, Vorbereitung und Begleitung seitens der Jugendhilfeträger benötgen.
Pflegeeltern bringen sich in übergroßer Mehrzahl zum Wohle der Pflegekinder ein, betonen die vier Landesverbände. Sie weisen darauf hin, dass die bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe
nicht ausreichend geeignet sind, um Kinder zu schützen und ihnen einen sicheren Rahmen für ein schadloses Aufwachsen zu ermöglichen.

Hier fordern sie den Gesetzgeber dazu auf, die notwendigen Änderungen herbeizuführen. Da aufgrund struktureller Probleme und der häufig vorhandenen Überlastung von Jugendämtern qualitätssichernde Maßnahmen nicht immer verlässlich umgesetzt werden, verlangen die Verbände von Pflege- und Adoptivfamilien im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auch eine gesetzlich festgelegte Fallzahlbeschränkung.
Sie fordern, den Kinderschutz gesetzlich noch stärker abzusichern und den Vorrang des Kindeswohls in Entscheidungen des Jugendamtes und der Familiengerichte klar zu formulieren.
Die Landesverbände aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen halten eine Fachaufsicht für Jugendämter, den dringenden Ausbau unabhängiger Ombudsstellen und die gesetzlich festgeschriebene Evaluation der gewährten Hilfen für unerlässlich und richteten ihre Forderungen an die Politik.

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