Paul Niedersachsen eV zu Besuch im VW Werk in Emden

Anlässlich des internationalen Weltfrauentags am 8.03.2019 war Paul Niedersachsen eV von der Gleichstellungsbeauftragten des VW Werks nach Emden/ Ostfriesland eingeladen, um seine Arbeit für Pflege- und Adoptivkinder und ihre Familien vorzustellen.

Die 1. Vorsitzende Silke Hagen-Bleuel, Albert Ohling und Andreas Wallerstein als Mitglieder sowie die Beisitzerin Sabine Odegaard-Zastawniak vertraten den Landesverband und wurden freundlich im VW Werk begrüßt.

Bei VW in Emden sind sowohl Pflegeeltern beschäftigt, als auch Adoptivmütter und – väter tätig.

In vielen interessanten Gesprächen konnten wir Hilfe und Unterstützung anbieten sowie über unser Anliegen berichten, das Pflegekinderwesen zu fördern.

Um das Verständnis für Pflege- und Adoptivfamilien zu wecken, wurde insbesondere der Kontakt und die Zusammenarbeit mit der betrieblichen Sozialarbeit verabredet.

Wir danken sehr herzlich für diesen anregenden Tag und die freundliche Aufnahme und freuen uns auf eine Wiederholung.

von links: Andreas Wallerstein   Silke Hagen-Bleuel  Sabine Odegaard-Zastawniak
Albert Ohling

Bindungstheorie und-problematik: Was brauchen Pflegekinder im Alltag?

Diese Frage wurde sehr eindrücklich und hilfreich in der Fortbildungsveranstaltung der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes in Kooperation mit den Pflege- und Adoptivfamilien- Unabhängiger Landesverband PAUL Niedersachsen e.V. am 16.02.2019 in Edewecht im Waldhaus Wildenloh beantwortet.

Circa 50 Pflegeeltern und andere Interessierte folgten aufmerksam den Ausführungen von Frau Dipl. Psych. Dr. Martina Cappenberg aus Münster, die neben einführenden bindungstheoretischen Grundlagen auch das Erleben innerfamiliärer Traumatisierung und die Entwicklungsfolgen für die betroffenen Kinder sehr eindrücklich aus Sicht der Kinder schilderte sowie anhand von praktischen Beispielen auch die Hilfen erläuterte, die diese Kinder in Pflege- und Adoptivfamilien erfahren sollten.

Frau Dr. Cappenberg erläuterte gut nachvollziehbar den Bedarf der Kinder an korrigierenden Elternerfahrungen, was voraussetzt, dass ein Beziehungsangebot durch elterliche Bezugspersonen gemacht wird.

Hier benötigen insbesondere Pflege- und Adoptiveltern unbedingt das Wissen darum, dass regressive Bedürfnisse der Pflege- und Adoptivkinder in der Übertragung auf die Pflegeeltern als eine Kompensation der früheren überwältigenden Erfahrungen und als ein gesundender Prozess verstanden werden müssen.

Frau Dr. Cappenberg brachte den Pflege- und Adoptiveltern nahe, wie sie dem Kind in seiner „bösen“ Welt beistehen können und welche Haltung förderlich ist, um das kindliche Verhalten vor dem Hintergrund seiner Biographie besser deuten zu können.

Paul Niedersachsen e.V.  dankt der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes für die Organisation und Ausrichtung dieser wichtigen Fortbildungsveranstaltung und allen Teilnehmern für ihr Interesse und die Aufmerksamkeit für dieses wichtige Thema.

Pressemitteilung 02/2019

Die aktuellen Missbrauchsfälle in Lügde haben die Landesverbände der Pflege- und Adoptvfamilien PAN NRW eV, PFAD für Kinder Landesverband Baden-Würtemberg eV, PFAD für Kinder Landesverband Bayern und den Pflege- und Adoptvfamilien Unabhängiger Landesverband PAUL Niedersachsen eV dazu veranlasst, sich in der vergangenen Woche mit einem dringenden Appell an das Bundesfamilienministerium in Berlin und die zuständigen Fachpolitker zu wenden.

Die vier Landesverbände fordern in ihrem Schreiben dringende und unerlässliche Veränderungen im Bereich des Pflegekinderwesens und distanzieren sich klar und ausdrücklich von stattgefundenen
Fehlvermittlungen, in deren Folge Kinder wiederholt zu Schaden gekommen sind. Grundsätzlich übernehmen Pflegeeltern eine wichtige gesellschafliche Aufgabe, bei der sie die größtmögliche Unterstützung, Vorbereitung und Begleitung seitens der Jugendhilfeträger benötgen.
Pflegeeltern bringen sich in übergroßer Mehrzahl zum Wohle der Pflegekinder ein, betonen die vier Landesverbände. Sie weisen darauf hin, dass die bestehenden Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe
nicht ausreichend geeignet sind, um Kinder zu schützen und ihnen einen sicheren Rahmen für ein schadloses Aufwachsen zu ermöglichen.

Hier fordern sie den Gesetzgeber dazu auf, die notwendigen Änderungen herbeizuführen. Da aufgrund struktureller Probleme und der häufig vorhandenen Überlastung von Jugendämtern qualitätssichernde Maßnahmen nicht immer verlässlich umgesetzt werden, verlangen die Verbände von Pflege- und Adoptivfamilien im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe auch eine gesetzlich festgelegte Fallzahlbeschränkung.
Sie fordern, den Kinderschutz gesetzlich noch stärker abzusichern und den Vorrang des Kindeswohls in Entscheidungen des Jugendamtes und der Familiengerichte klar zu formulieren.
Die Landesverbände aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen halten eine Fachaufsicht für Jugendämter, den dringenden Ausbau unabhängiger Ombudsstellen und die gesetzlich festgeschriebene Evaluation der gewährten Hilfen für unerlässlich und richteten ihre Forderungen an die Politik.

Kinder mit Missbrauchserfahrungen stabilisieren

Das Forschungsprojekt „KiMsta“ (Kinder mit Missbrauchserfahrungen stabilisieren) der HAWK Hochschule verdeutlicht den großen Bedarf an Handlungskompetenzen im Umgang mit dem Thema Sexueller Missbrauch und mit betroffenen Kindern.

Die meisten pädagogischen Fachkräfte wünschen sich mehr Sicherheit und haben Interesse an einer Weiterbildung.

Referentinnen:
Prof. Dr. Anna Wittmann: Diplom-Psychologin, seit 2009 Professorin an der HAWK in den Studiengängen Soziale Arbeit sowie Kindheitspädagogik. Nach Tätigkeit in einer Beratungsstelle gegen sexuellen Missbrauch lehrt und forscht sie nun zu diesem Thema und leitet die Weiterbildung. Im Reinhardt-Verlag ist ihr Buch erschienen „Kinder mit sexuellen Missbrauchserfahrungen stabilisieren“.

Wibke Ramm: Kindheitspädagogin (BA) in einem Kinderbildungshaus (KiTa), Lehrbeauftrage an der HAWK und tätig in der Arbeitstherapie in einer psychiatrischen Einrichtung.

Weitere Informationen

In der Weiterbildung lernen Sie u. a.

  • Folgen von sexuellem Missbrauch zu erkennen und zu verstehen,
  • mit betroffenen Kindern über ihre Erlebnisse zu sprechen
  • ihnen zu helfen,
  • mit dem eigenen Schrecken umzugehen,
  • Hilfenetze zu knüpfen.

Personen in der Arbeit mit Jugendlichen und Kindern ab drei Jahren: Erzieher/inn/en, Sozialpädagog/inn/en, Lehrer/innen, Kindheitspädagog/inn/en, Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sowie Angehörige anderer psychosozialer Berufe

Viertätige Weiterbildung an der Hochschule HAWK in Hildesheim.

Termine: Do./ Fr., 24. + 25. Januar und 21. + 22. Februar 2019, jeweils 08:30 Uhr bis 16:00 Uhr

HAWK Weiterbildung verleiht hochschulische Zertifikate und Bescheinigungen.

Je nach Thema, Inhalt oder Anforderungen werden die Bildungsmaßnahmen mit anerkannten Abschlüssen von Fachverbänden oder wissenschaftlichen Fachgesellschaften abschlossen.

Daneben können für viele wissenschaftliche Weiterbildungen auch Leistungspunkte nach dem European Credit Transfer and Accumulation System (ECTS) vergeben werden, damit die Leistungen generell an Hochschulen für entsprechende Studiengänge angerechnet werden können.

Die Geschäftsbedingungen unserer Bildungsangebote erfahren Sie immer im Zusammenhang mit den einzelnen Maßnahmen sowie auf den Anmeldeformularen.

Quelle: https://www.hawk.de/de/studium/fort-und-weiterbildung/kinder-mit-missbrauchserfahrungen-stabilisieren

Eigenanteil des jungen Auszubildenden vom Ausbildungsentgelt

Viele Pflegekinder sind wieder in die Berufsausbildung gegangen.Damit beginnt die allseits unliebsame Diskussion über die 75% Eigenleistung vom Ausbildungsentgelt. (Es gibt auch Jugendämter, die einen geringeren Eigenanteil abverlangen)

Wir möchten darauf hinweisen, dass die übliche Vorgehensweise, nämlich den Eigenbetrag vom aktuellen Ausbildungsgehalt einzuforden, rechtlich nicht korrekt ist.

Im § 93 Abs.4 SGB VIII ist klar geregelt, dass zur Berechnung des Eigenanteiles, dass durchschnittliche Einkommen aus dem Vorjahr zu Grunde gelegt werden muss. Jugendämter begründen ihr rechtliches Fehlverhalten gerne mit § 94 Abs.6 SGB VIII, dass ist aber nicht korrekt, da mit diesem Paragraphen die Regelung aus § 93 Abs.4 SGB VIII nicht ausgehebelt wird. Das gilt bereits seit 2013 !

In mehreren Urteilen, wie Urteil des OVG Cottbus VG K 568/16 vom 3.2.2017 und Urteil des VG Berlin VG 18 K 443.14 vom 05.03.2015 sowie im Rechtsgutachten DIJuF SN_2017_0557 Kr vom 22.08.2017 wird dies klar bestätigt und die oft noch gängige Praxis der wirtschaftlichen Jugendhilfe infrage gestellt.

Unsere Empfehlung dazu:
Ergangene oder noch zu ergehende Bescheide an den Jugendlichen, auf jedem Fall widersprechen. Damit ist die Fristwahrung eingehalten bis zur endgültigen Klärung.