Anfrage NDR Panorama 3 / Pflegeeltern

Für das Format “Gedanken eines…” in der NDR-Sendung “Panorama 3” suchen wir einen Pflegevater oder eine Pflegemutter, die bereit sind, über Ihr persönliches Erleben vor der Kamera zu sprechen. Daraus wird am Ende ein ca. vierminütiger Film, in dem nur dieser Pflegevater, -mutter zu Wort kommt.

Für die Person würde das einen Zeitaufwand von ca. 2-3 Stunden bedeuten, Termin könnten wir gern frei besprechen (das kann auch noch im August sein). Gut wäre, wenn wir bei dieser Person in der Privatwohnung drehen könnten – wenn das nicht möglich ist, finden wir aber auch eine andere Lösung. Ob die Person ein oder mehrere Pflegekinder und/oder eigene Kinder hat, ist egal, das Alter der Kinder auch. Wichtig: die Kinder müssen dabei NICHT gezeigt werden. Auch der Name der Person muss nicht genannt werden, das kann gern anonym sein – nur das Gesicht des Erwachsenen muss man natürlich sehen können. Inhaltlich soll es gehen um die Herausforderung, ein Pflegekind aufzunehmen, das Leben mit dem Kind, die Reaktionen des Umfeldes, was bedeutet das für die Menschen persönlich, wie schwierig ist das Wissen, dass das Kind vielleicht nicht für immer bei einem bleiben kann etc.

Interessierte wenden sich bitte an Paul e.V. unter: info@paul-niedersachsen.de

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VG Arnsberg: Keine pauschale Kürzung des Pflegegeldes bei Verwandtenpflege

In einem Urteil vom 30.01.2007 (Aktenzeichen: 11 K 2207/06) hat das Verwaltungsgericht Arnsberg festgestellt, dass die pauschale Kürzung des Pflegegeldes um 20 % bei mit dem Pflegekind verwandten Personen – in diesem Fall Großeltern –rechtswidrig ist. Das Verwaltungsgericht führt in den Entscheidungsgründen aus:

(…) Der Beklagte (ist) bei der mit dem angefochtenen Bescheid vom 23.02.2006 vorgenommenen Ausübung des Widerrufs zu Unrecht davon ausgegangen, dass er die damit der Sache nach verfügte Pflegegeldkürzung auf der Grundlage einer pauschalen Regelung vornehmen durfte. Dies ist indessen nicht der Fall. Nach dem Sinn und Zweck der in § 39 Abs. 4 Satz 4 SGB VIII getroffenen Kürzungsregelung hätte in die vom Beklagten insoweit getroffene Ermessensentscheidung das Ergebnis einer – auch – an der finanziellen Situation der Pflegeeltern orientierten Einzelfallprüfung einfließen müssen.

Der zitierten Norm zufolge kann das Jugendamt das Pflegegeld, das gem. § 39 Abs. 4 Satz 2 SGB VIII als monatlicher Pauschalbetrag gewährt wird und sich aus dem notwendigen Unterhalt des Kindes in der Pflegefamilie („materielle Aufwendung“) einerseits und den Kosten der Erziehung andererseits zusammensetzt, angemessen kürzen, wenn die Pflegeperson gegenüber dem Pflegekind unterhaltsverpflichtet ist. (…) Dementsprechend ist eine Pflegegeldkürzung grundsätzlich bereits dann möglich, wenn – wie im vorliegenden Fall – eine abstrakte Unterhaltsverpflichtung der Pflegeperson gegenüber dem Pflegekind besteht.

Indessen hat das Jugendamt die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Pflegeperson im Rahmen des dann eröffneten Ermessens zu berücksichtigen. (…) Eine einzelfallbezogene Klärung der Leistungsfähigkeit der Großeltern wäre aber auch dann zwingend notwendig, wenn man – mit dem Beklagten – ausschließlich auf eine Kürzung des in dem Pflegegeld enthaltenen Erziehungskostenanteil abzielte. Die mit der Regelung in § 39 Abs. 4 Satz 4 SGB VIII eröffnete Kürzungsmöglichkeit erfährt nämlich ihre innere Rechtfertigung daraus, dass – wie es in der Gesetzesbegründung hierzu wörtlich heißt – „Großeltern aufgrund ihrer engen verwandtschaftlichen Beziehung zu dem Kind oder Jugendlichen und der daraus resultierenden Unterhaltspflicht auch eine von der Rechtsordnung anerkannte Pflichtenposition haben und deshalb von der staatlichen Gemeinschaft nicht ohne weiteres dieselbe finanzielle Honorierung für ihre Betreungs- und Erziehungsleistung innerhalb der Verwandtschaft erwarten dürfen wie Pflegepersonen, die dem Kind oder Jugendlichen nicht so eng verbunden sind“ (…). Die insoweit allein verbleibende Barunterhaltspflicht besteht angesichts der Regelung in § 1603 Abs. 1 BGB jedoch von vornherein unter dem Vorbehalt einer – von den jeweils konkreten Umständen abhängigen – wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Großeltern. Hieraus ergibt sich, dass sich Pflegegeldkürzungen auf der Grundlage von § 39 Abs. 4 Satz 4 SGB VIII einer pauschalierenden Betrachtung – wie sie der Beklagte im vorliegenden Fall vorgenommen hat – entziehen. Vielmehr kann über die Frage, ob eine Pflegegeldkürzung angemessen im Sinne der genannten Norm ist, nur unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Einzelfalls entschieden werden (so ausdrücklich auch die Gesetzesbegründung in BTD rs. 15/3676 vom 06.09.2004 aaO). Bei dieser Einzelfallentscheidung ist die – aktuelle – Leistungsfähigkeit der Großeltern ebenso von Bedeutung wie die Frage, ob das Pflegekind aufgrund bestimmter Umstände einen erhöhten Erziehungs- und Betreuungsaufwand verursacht“.

Quelle: RA Steffen Siefert

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Kinder leiden ein Leben lang unter FASD

Betroffene Kinder sind ihr Leben lang gezeichnet

Das Spektrum der Beeinträchtigungen bei FASD reicht von leichten Konzentrationsproblemen bis zu starken Schäden in der geistigen und motorischen Entwicklung, Wachstumsstörungen und Gesichtsfehlbildungen. “Da wir nicht genau wissen, wann und wie stark Alkohol in der jeweiligen Phase der Schwangerschaft wirkt, sollten Frauen auf jedes Glas verzichten, sobald sie wissen, dass sie schwanger sind”, warnt Spohr.

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Beitragsfreie Kita kommt

Der Landtag hat mit der rot-schwarzen Koalitionsmehrheit das neue Kita-Gesetz verabschiedet. Wichtigster Punkt: Kindergartenplätze sind künftig für Eltern beitragsfrei.

Das neue Kita-Gesetz sieht vor, dass Eltern in Niedersachsen ab dem 1. August 2018 keine Gebühren für den Kindergartenbesuch ihrer Töchter und Söhne zahlen müssen. Für den Wegfall der Elternbeiträge sollen die Kommunen vom Land Kompensationen erhalten.

In Niedersachsen sind damit nun alle drei Jahre des Kita-Besuchs kostenfrei. Bislang war nur das letzte Jahr vor der Einschulung gebührenfrei. Ab dem kommenden Kindergartenjahr, das im August beginnt, haben Eltern Anspruch auf acht Stunden Betreuung. Für Betreuungszeiten, die über acht Stunden hinausgehen, dürfen die Träger auch weiterhin von den Eltern Gebühren verlangen.

Quelle: Dpa

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Nach der Jugendhilfe auf eigenen Beinen stehen

Von Februar 2015 bis Januar 2018 führte die Familien für Kinder gGmbH das Projekt Careleaver Kompetenznetz durch. Das Projekt wurde gefördert von Aktion Mensch. Beraten wurde das Projekt von der Stiftung Universität Hildesheim. Zusammen mit Careleavern wurde im Rahmen des Projekts für Careleaver und für die Verbesserung ihrer Übergange aus der Jugendhilfe in die so genannte “Verselbstständigung” gearbeitet.

 

Die Broschüre kann hier downgeloadet werden

 

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Klückskinder

Pflegekindern und Kindern in stationären Jugendhilfeeinrichtungen Mut machen, Perspektiven eröffnen und Unterstützung bieten…. Das haben sich die Klückskinder auf die Fahne geschrieben.

Paul Niedersachsen bedankt sich sehr herzlich für viele Mutmacherkalender, die wir gern an die Pflegekinder und Jugendämter in Niedersachsen weitergeben.

Mit einer Spende bedanken wir uns und wünschen viel Erfolg für das Vorhaben, einen aktiven Beitrag zur Unterstützung von Pflegekindern zu leisten.

Paul Niedersachsen eV freut sich sehr auf die weitere Zusammenarbeit mit den Klückskindern!

Macht unbedingt weiter so!

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Preis für den Bundesverband behinderter Pflegekinder

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. ist mit dem Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes ausgezeichnet worden. Am Montag, 16. April 2018, nahm der BbP-Vorstand die Auszeichnung gemeinsam entgegen. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und wurde beim 24. Tag des Kindeswohls in Holzminden übergeben. Gleichzeitig mit der Auszeichnung erhielt der BbP auch eine Nominierung für den Deutschen Engagementpreis.

In seiner Laudatio betonte Michael Greiwe, Geschäftsführer der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes: „Ausschlaggebend für unsere Wahl ist der langjährige und beständige Einsatz des Verbandes für behinderte und benachteiligte Pflegekinder.“ Seit seiner Gründung im Jahr 1983 setze sich der BbP „kontinuierlich und vorbildlich dafür ein, dass Kinder, die behindert, chronisch krank oder besonders auffällig sind und bei ihren leiblichen Eltern nicht aufwachsen können, eine neue Familie finden und das Recht auf eine solche wahrnehmen können und dürfen.“

Mit dem Förderpreis solle allerdings, so unterstrich Greiwe, nicht nur „die Leistung des Vereins und das damit verbundene außergewöhnliche gesellschaftliche Engagement“ gewürdigt werden: „Wir möchten mit dieser Auszeichnung auch stellvertretend unsere Anerkennung und Hochachtung für alle Familien ausdrücken, die sich dazu entschlossen haben, ein behindertes Pflegekind aufzunehmen und für seine Bedürfnisse und sein Wohl einzustehen.“ Der Alltag etlicher behinderter Kinder in Deutschland werde dadurch „sehr viel lebenswerter gestaltet“ und ihnen die Möglichkeit geboten, eine aussichtsvolle Perspektive zu erlangen.

Der Förderpreis der Stiftung zum Wohl des Pflegekindes wird unregelmäßig vergeben und würdigt wissenschaftliche oder praktische Leistungen, die dazu geeignet sind, für die Weiterentwicklung des Pflegekinderwesens entscheidende Anstöße zu geben.
Mehr zur Stiftung zum Wohl des Pflegekindes

 

 

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Kurs – Aus dem Nest gefallen

Die Volkshochschule Göttingen-Osterode bietet mit dem Kurs „Aus dem Nest gefallen“ eine Lehrveranstaltung für Eltern, die ein Pflegekind adoptieren wollen. Die nächste Kurs startet in Göttingen am Dienstag, 10. April. Ein weiterer Kurs in Osterode ist geplant.

Der Bedarf an Pflegeeltern im Landkreis Göttingen ist laut Andrea Riedel-Elsner von der Pressestelle der Kreisverwaltung hoch. Der Pflegekinderdienst der Stadt sucht daher Menschen, die sich vorstellen können, Pflegeeltern zu werden.

„Das können Familien, Lebensgemeinschaften, gleichgeschlechtliche Paare, Einzelpersonen mit oder ohne Kinder und gern auch ältere Personen sein“, erklärt Riedel-Elsner. Kinder und Jugendliche, die für eine gewisse Zeit oder dauerhaft nicht mehr in der eigenen Familie leben können, können in einer Pflegefamilie aufwachsen. Dies sei der Fall, wenn die Kinder in ihrer Familie nicht genug Geborgenheit, verlässliche Beziehungen, Anerkennung und Sicherheit bekommen. Riedel-Elsner nennt dies eine „anspruchsvolle Aufgabe“ für Pflegeeltern, die der Kurs qualifizieren soll. Er richtet sich auch an Personen, die nicht sicher sind, ob sie ein Kind adoptieren wollen.
Wer Interesse an dem Kurs hat, soll sich an das örtliche Jugendamt wenden oder an den Pflegekinderdienst der Stadt Göttingen unter Telefon 0551/5252925 oder E-Mail kux@landkreisgoettingen.de.

Quelle: Landkreis Göttingen

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Pflegeeltern haben das Recht einen Antrag auf Verbleib in der Pflegefamilie zu stellen

Was wahrscheinlich viele Pflegeeltern nicht wissen. Das Gesetz sieht in § 1632 Abs.4 BGB für Pflegeeltern das Recht vor, einen Antrag auf Verbleib in der Pflegefamilie stellen, wenn die leiblichen Eltern das Kind aus der Pflegefamilie herausholen wollen und diese Wegnahme aus der Familie das Kindeswohl gefährden würde.

In § 1632 Abs.4 BGB heißt es dazu:

„Lebt das Kind seit längerer Zeit in Familienpflege und wollen die Eltern das Kind von der Pflegeperson wegnehmen, so kann das Familiengericht von Amts wegen oder auf Antrag der Pflegeperson anordnen, dass das Kind bei der Pflegeperson verbleibt, wenn und solange das Kindeswohl durch die Wegnahme gefährdet würde.“

Aufenthaltsdauer ist entscheidend

Je länger sich ein Kind in einer Pflegefamilie aufhält, je enger wird die Bindung zu den Bezugspersonen, welche die Wünsche und Bedürfnisse des Kindes erkennen und befriedigen. Die Pflegefamilie stellt für das Pflegekind unter Umständen eine wichtige Bezugswelt dar. Ein Beziehungsverlust kann deshalb durchaus verheerende Auswirkungen auf Körper und Geist des Kindes haben.

Bindungsabbrüche wirken sich in vielen Entwicklungsbereichen negativ aus und bedeuten einen gravierenden Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen. Das hat auch das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) so erkannt, als es im Jahre 2010 ausführte, dass das Kind ein Wesen mit eigener Menschenwürde und eigenem Recht auf Entfaltung seiner Persönlichkeit sei. Es bedürfe des Schutzes und der Hilfe, um sich zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit innerhalb der sozialen Gemeinschaft zu entwickeln. Die Erziehung und Betreuung eines minderjährigen Kindes durch Mutter und Vater innerhalb einer harmonischen Gemeinschaft gewährleiste dabei am ehesten, dass dieses Ziel erreicht werde. Damit wurde einerseits die Bedeutung der Elternschaft dargestellt.

Das BVerfG führt aber andererseits weiter aus, dass dies jedoch nicht immer zutreffe, insbesondere dann nicht, wenn Kinder in einer Pflegefamilie aufwachsen. In diesem Falle gebietet es das Kindeswohl, die neuen gewachsenen Bindungen des Kindes zu seinen Pflegepersonen zu berücksichtigen und das Kind aus seiner Pflegefamilie nur herauszunehmen, wenn die körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigungen des Kindes als Folge der Trennung von seinen bisherigen Bezugspersonen unter Berücksichtigung der Grundrechtsposition des Kindes noch hinnehmbar seien. Es müsse daher eine Abwägung zwischen Elternrecht und Kindeswohl im Rahmen von Rückführungsentscheidungen durch das Gericht getroffen werden. Wenn bei einer solchen Abwägung unter Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nicht auszuschließen sei, dass die Trennung des Kindes von seinen Pflegeeltern psychische oder physische Schädigungen nach sich ziehen kann, dann ist eine solche Entscheidung für das Kind nicht hinnehmbar.

Die Prüfung, welche psychischen und physischen Auswirkungen eine Rückführung in den Haushalt der leiblichen Eltern haben kann, erfolgt durch die Einholung eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens.

Anwaltliche Beratung ist daher in Fällen, in denen ein Kind aus einer Pflegefamilie herausgeholt werden soll, um es in die Herkunftsfamilie zurückzuführen unerlässlich. Auch im Verfahren selbst, ist die Prüfung der Sachverständigengutachten durch einen Anwalt sehr ratsam.

Quelle: Anwalt.de

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