Pflegekinderhilfe bedarf weiterhin grundlegender Änderungen

Am 5.10.2019 trafen sich Marlis Peters ( Kiap Schleswig-Holstein e.V.) , Axel Symancyk als Berater (Projektgruppe Strukturanalyse Fremdunterbringung) sowie Nicole Fiebig und Silke Hagen-Bleuel (Paul Niedersachsen e.V.)  in Lauenburg an der Elbe.

Die Vorstandsmitglieder der beiden Landesverbände erörterten ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der Pflegekinderhilfe in den von Ihnen vertretenen Bundesländern.

Dabei stellte sich heraus, dass es weiterhin grundlegender Änderungen bedarf, die im Rahmen des aktuell stattfindenden Reformprozesses des SGB VIII Berücksichtigung finden müssen, damit Kinder in Fremdunterbringung gedeihliche und bessere Bedingungen vorfinden. Es wurden erste Schritte dahin getan, die politischen Forderungen der Landesverbände aus 2005/2012 fortzuentwickeln.

Die beiden Landesverbände verabredeten, diesen Austausch im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien fortzuführen und sich gemeinsam dafür einzusetzen.

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Empfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. zur Fortschreibung der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege (§§ 33, 39 SGB VIII) für das Jahr 2020

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. überprüft regelmäßig die Höhe der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege für die Kosten für den Sachaufwand sowie für die Kosten für die Pflege und Erziehung des Kindes oder Jugendlichen und passt diese in seinen Empfehlungen einer eventuellen Steigerung der Lebenshaltungskosten der privaten Haushalte an. Zudem prüft er, ob Änderungen der Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung bzw. der Rentenversicherung erfolgt sind, die zu einer Anpassung seiner Empfehlungen führen.

Monatliche Pauschalbeträge für die Kosten für den Sachaufwand sowie für die Pflege und Erziehung des Kindes oder Jugendlichen

Hinsichtlich der Kosten für den Sachaufwand ergeben sich auf der Grundlage der aktuellen Sonderauswertung sowie unter Berücksichtigung einer Erhöhung der Verbraucherpreise um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr die aus der Tabelle ersichtlichen Werte:

Alter des Pflegekindes
(von… bis unter… Jahren
Kosten für den
Sachaufwand (€)
Kosten für die Pflege
und Erziehung (€)
0 – 6 568 248
6 – 12 653 248
12 – 18 718 248

Die Empfehlung des Deutschen Vereines kannst du hier lesen.

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Austausch rund um das Pflegekinderwesen

Am 31.08.2019 trafen sich in der Bekos in Oldenburg, zu einem ausführlichen, informellen Austausch rund um das Pflegekinderwesen in Niedersachsen, die Vorstandsmitglieder der uns angeschlossenen und nahestehenden Pflegeelternvereine aus Verden, Celle, Oldenburg und Friesland. Es wurden Wünsche und Bedürfnisse von Pflegeeltern erörtert, Termine vereinbart, gemeinsame Aktivitäten ins Auge gefasst, persönliche Kontakte geknüpft, wichtige Informationen zu anstehenden Projekten ausgetauscht und weitere Ideen für die Zukunft gesammelt. Wir danken allen Beteiligten für die guten Anregungen und den offenen Austausch und freuen uns, dass am 22.02.2020 ein Anschlusstermin vereinbart werden konnte

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PAUL Niedersachsen e.V. weist auf interessante Prüfergebnisse des Landesrechnungshofes Niedersachsen hin

Der Landesrechnungshof Niedersachsen führte im Frühjahr 2018 eine überörtliche Kommunalprüfung zum Thema „Pflegekinder“ in den Landkreisen Helmstedt, Holzminden, Osnabrück, Rotenburg (Wümme), Vechta und Diepholz sowie den Städten Emden, Salzgitter, Wilhelmshaven und Wolfsburg durch.

Geprüft wurden für den Zeitraum 2013 bis 2017 die Hilfen für Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien gem. §§ 27, 33, 35a SGB VIII und gem.§§ 53, 54 Abs. 3 SGB XII.

Anlass der überörtlichen Kommunalprüfung war

die Feststellung der erheblich höheren Unterbringungskosten für die Hilfen zur Erziehung junger Menschen in Heimeinrichtungen (durchschnittlich 59.500 € jährlich/Hilfefall) im Verhältnis zu den Kosten der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien (durchschnittlich 16.500 € jährlich/Hilfefall) in Niedersachsen.

Die geringe Zahl der untergebrachten Kinder und Jugendlichen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen in Pflegefamilien sollte zudem durch die Prüfung stärker in den Fokus rücken.

Ergebnisse der Prüfung:

In allen geprüften Kommunen waren insgesamt mehr Kinder und Jugendliche (mit und ohne Behinderungen) in Pflegefamilien untergebracht als in Heimen, die finanziellen Aufwendungen für Pflegefamilien lagen jedoch deutlich unter den Aufwendungen für Kinder und Jugendliche in Heimen.

  • Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen in Heimen der Behindertenhilfe lag insgesamt viermal so hoch wie die Zahl der Betreuten mit Behinderungen in Pflegefamilien.

Alle Kommunen sollten in diesem Bereich mehr potenzielle Pflegefamilien werben und klare Verantwortlichkeiten zwischen den Sozialhilfeträgern regeln.

  • Seit 01.12.2017 gibt es im Landkreis Diepholz eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Fachdiensten Soziales, Jugend und Gesundheit. Darin sind klare Verantwortlichkeiten geregelt. So wird z.B. die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII vom Fachdienst Jugend durch die Fachkräfte des ASD durchgeführt und die Betreuung der Pflegefamilie durch die Fachkräfte der Pflegekinderhilfe unter eventueller Einbeziehung des Gesundheitsamtes.
  • Der Landkreis Diepholz gewährt für die Unterbringung von behinderten Kindern und Jugendlichen die höchste Pflegestufe „sonderpädagogische Pflegeform“. Diese Regelung entspricht den Anforderungen des Landesrechnungshofes.
  • Für alle Kommunen gilt, dass eine passgenaue Vermittlung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien nur gelingt, wenn eine ausreichende Anzahl potentieller Pflegefamilien für alle Pflegeformen vorhanden ist.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit sollte in allen Kommunen optimiert werden, insbesondere auch mit dem Ziel der gezielten Akquise potentieller Pflegepersonen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Quelle zum Nachlesen von Einzelheiten und Details dieser Prüfung:

Prüfungsmitteilung

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PAUL Niedersachsen e.V. zum Gespräch mit dem BMFSFJ

Unser Vorstandsmitglied Nicole Fiebig hat in einem persönlichen Gesprächstermin im Juli 2019 mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Giffey und der zuständigen Referatsleiterin für Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe  über ihre tiefgreifenden Erfahrungen als ehemaliges Heim- und Pflegekind sprechen können.

Nicole Fiebig hat darüber berichtet, was sie als Kind erlebt hat, wie ihr Lebensweg verlief und vor allem was ihr in ihrer Entwicklung am meisten geholfen hat… nämlich die Unterstützung durch ihre Pflegefamilie. Auch dass sie heute Pflegemutter und Gründungsmitglied des Paul Niedersachsen e.V. ist und sich so aktiv in die Unterstützung von Pflegekindern und ihrer Pflegefamilien mit einbringt, fand großes Interesse bei der Ministerin.

Die von Paul Niedersachsen e.V. sehr intensiv ausgeübte ehrenamtliche Beistandsarbeit für Pflegefamilien war ebenfalls Thema des sehr offenen Gesprächs, sodass unweigerlich auch das Auftreten von Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit Ämtern und der Familiengerichtsbarkeit und die daraus entstehenden Auswirkungen auf die Pflegekinder erörtert wurden.

Um die besondere Problematik und auch die Bedürfnisse von Pflegekindern noch eingehender anhand von Erfahrungen aus der Beistandsarbeit zu beleuchten, hat Paul Niedersachsen e. V. nun eine Einladung zum Gespräch ins Bundesministerium bekommen.

Es freut uns sehr, dass wir am 29.Oktober 2019 Gelegenheit zum Austausch mit dem Ministerium bekommen. Nicole Fiebig und die 1. Vorsitzende Silke Hagen-Bleuel werden den Termin gut vorbereitet wahrnehmen und dazu nutzen, die besonders schützenswerte Situation von Pflegekindern in den Mittelpunkt zu stellen, die großen Chancen der familiären Vollzeitpflege hervorzuheben, die Lobby von Pflegeeltern zu stärken und unsere aus der Praxis abgeleiteten Anregungen zur geplanten Reform des SGB VIII weiterzugeben.

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Treffen mit Herrn Grigorios Aggelidis (MdB) und Sprecher der FDP Fraktion für Familie und Senioren

Zu einem ausführlichen informellen Gespräch zum Thema „Aktuelle Bedingungen und Chancen für Pflegekinder im Rahmen der familiären Vollzeitpflege“ trafen sich der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der FDP Fraktion für Familie und Senioren, Grigorios Aggelidis, der FDP Kreistagsabgeordnete und Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Celle, Charles M. Sievers, die 2. Vorsitzende des Pflegeelternvereins Celle und Umgebung e.V., Marina Groß sowie Silke Hagen-Bleuel als 1. Vorsitzende  des Pflege- und Adoptivfamilien- Unabhängiger Landesverband- PAUL Niedersachsen e.V. in Lachendorf.

Die besonders schützenswürdige Situation von Pflegekindern, die vor der Inpflegegabe häufig Opfer von Vernachlässigung, Misshandlung und/oder Missbrauch wurden und die schon aufgrund ihrer Trennung von den Herkunftseltern immer auch traumatisiert sind, machen es dringend notwendig, dass verlässliche Hilfs- und Schutzmaßnahmen individuell auf diese Kinder abgestimmt Sicherheit und Stabilität bieten.

Herr Sievers hob das große Engagement von Pflegeeltern hervor und beschrieb zugleich die fehlenden Möglichkeiten rein rechtlicher Art, denn Pflegeeltern haben im Regelfall kein Mitsprache- bzw. Antragsrecht für die ihnen anvertrauten Kinder, um die nötigen Hilfen beim Jugendhilfeträger beantragen zu können. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, Änderungen herbeizuführen, betonte Herr Sievers.

Die beiden Pflegemütter gaben umfassende Anregungen zur Berücksichtigung im Rahmen der gesetzlichen Reform des SGB VIII mit dem besonderen Blick auf die Bedürfnisse von Pflegekindern und machten eindrücklich deutlich, dass die Kinder- und Jugendhilfe ein wesentliches Instrument des Kinderschutzes sein sollte.

Herr Aggelidis sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, Familienpolitik neu zu denken und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Hier betonte er insbesondere auch die Stärkung der Stellung von Pflegefamilien, indem Pflegeeltern der Beteiligtenstatus im Hilfeplanverfahren zustehen müsste, denn sie sind die Experten, die die Pflegekinder und ihre Bedürfnisse und die damit verbundenen Bedarfe so gut wie kein anderer kennen.

Daraus resultierte dann für alle Gesprächsteilnehmer auch die dringend erforderliche vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, das als Fachbehörde personell und sachlich gut ausgestattet sein muss, um Pflegeeltern zu qualifizieren und stetig weiterzubilden.

Die Schaffung unabhängiger Beratungsstellen für Eltern und insbesondere auch Pflegeeltern sowie eine Verbesserung der rechtlichen Bedingungen zur Fortsetzung der Jugendhilfe auch über das 18. Lebensjahr hinaus betrachteten Herr Aggelidis, Herr Sievers und die beiden Pflegemütter ebenfalls für erforderlich, denn oftmals sind auch Pflegekinder in ihrer Entwicklung bis zum 18. Lebensjahr ebenso wie Kinder ohne Biografiebrüche noch nicht soweit, um dann bereits völlig selbständig ihr Leben meistern zu können.

Vorzeitige Abbrüche oder Beendigungen von Pflegeverhältnissen sollten daher gerade bei Pflegekindern unbedingt vermieden werden.

Ein weiterer Gesprächspunkt ergab sich zum Thema FASD-fetale Alkoholspektrumstörungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten für die betroffenen Kinder sowie ihre (Pflege)- und (Adoptiv) Eltern.

Es war einvernehmlich, dass intensiv an der Akzeptanz und Anerkennung seitens der Ämter und Sozialleistungsträger gearbeitet werden muss und auch Präventionskampagnen politisch dringend vorangetrieben werden sollten.

Wir danken Herrn Aggelidis und Herrn Sievers für das offene und konstruktive Gespräch und hoffen, dass sie die Anliegen von Pflegekindern weiterverfolgen und sich für die Umsetzung von notwendigen Veränderungen der bisherigen Gesetzesgrundlagen einsetzen.

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Mahnwache der Initiativgruppe „für die Kinder von Lügde“

wegen des 1. Urteils im Missbrauchsprozess:

Herzliche Einladung am 01. August 2019 nach Detmold zu kommen (das ist der nächste Verhandlungstag). Von 10.00 – 18.00 Uhr Mahnwache (am Bruchberg) in der Bruchstrasse in Detmold. Ihr erkennt das große Wohnmobil von Markus Diegmann (tour41.net). Gegen 12.00 Uhr Umzug zum Landgericht, um Solidarität mit allen Betroffenen von sexuellem Missbrauch und den Kindern von Lügde zu zeigen.

Quelle: Initiativgruppe für die „Kinder von Lügde“

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Spendenübergabe durch die Krombacher Brauerei

von links nach rechts:
Thomas Gahr (Gebietsverkaufsleiter Handel Nord Krombacher Brauerei), Silke Hagen-Bleuel (1. Vorsitzende Paul Niedersachsen e.V.), Jörg Picker (Schatzmeister)

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Brauerei Krombacher für die großzügige Spende in Höhe von 2.500 € , die wir heute in Lachendorf entgegennehmen durften. Die Krombacher Brauerei unterstützt damit ganz großartig unser ehrenamtliches Engagement zugunsten von Kindern, die in Pflege- und Adoptivfamilien leben.

Das spornt uns dazu an, die Interessenvertretung für unsere Mitglieder noch intensiver auszuüben, die breite Öffentlichkeit über die zahlreichen Ressourcen im Pflegekinderwesen aufzuklären und die Lobby für Pflegefamilien weiter zu stärken.

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Das 200. Mitglied

Fr. S. Hagen-Bleuel, 1. Vorsitzende des Paul-Niedersachsen e. V. begrüßt Familie Mahrt als 200. Mitglied im Paul-Niedersachsen.

Wir konnten heute die Familie Mahrt aus dem Landkreis Rotenburg/Wümme als neues Mitglied im Paul Niedersachsen e.V. begrüßen. Die erste Vorsitzende Silke Hagen-Bleuel überreichte als kleines Dankeschön für den Beitritt eine Blume an Bianca Mahrt und überbrachte die herzlichen Willkommensgrüße des gesamten Vorstands.

Unser Landesverband vertritt nun nach Gründung im Dezember 2017 mehr als 200 Pflegeeltern und wächst beachtlich. Das ist toll und spornt uns weiter dazu an, unseren Einsatz in der unabhängigen Interessensvertretung von Pflegekindern und ihren Pflegefamilien fortzuführen und auszubauen.

Herzlichen Dank an alle Pflegeeltern, die mit ihrer Mitgliedschaft dazu beitragen, dass eine starke Gemeinschaft heranwächst

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Antwortschreiben des BMFSFJ

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geht aufgrund der Ergebnisse der Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes davon aus, dass der Kinderschutz in Deutschland grundsätzlich verlässlich ist.

Gerade Pflegekinder werden immer wieder Opfer verschiedener Missstände im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe, was die vielen Namen von tödlichen Einzelschicksalen verdeutlichen, aber zuletzt auch die Fälle Lügde oder Stauffen grausam darlegten.

Daher sollte auch weiterhin das System der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland kritisch und vor allem von unabhängigen multiprofessionellen Experten durchleuchtet werden…… es bleibt nur zu hoffen, dass die Online-Konsultation www.mitreden-mitgestalten.de hierzu einen Beitrag leistet.

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