Paul im Gespräch mit der niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Reimann

Am 18. Februar haben die beiden Vorstandsmitglieder Nicole Fiebig und Silke Hagen-Bleuel die ehrenamtliche Arbeit von Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit der niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Reimann vorgestellt.

Es wurde erörtert, inwiefern Pflegeeltern Unterstützung durch Paul erfahren und wie diese sich auch positiv auf die Pflegekinder auswirkt, die häufig traumatisiert und stark belastet sind und daraus resultierend ein hohes Maß an Stabilität und Sicherheit brauchen.

Die Ministerin ließ sich die von unseren Mitgliedern besonders stark in Anspruch genommene Beistandsarbeit erläutern, fragte interessiert nach, wie das leistbar ist und wie viele Pflegefamilien Paul aktuell unterstützt bzw. begleitet.

Unser ehrenamtliches Engagement nahm Frau Dr. Reimann sehr interessiert auf, sodass wir den Alltag und die Anforderungen an Pflegekinder und ihre Pflegeeltern authentisch und ausführlich aus verschiedenen Perspektiven schildern konnten.

So stellten wir auch die systembedingten Probleme dar, die uns im Rahmen der Beistandsarbeit immer wieder auffallen und erörterten unter anderem auch die inklusive Lösung für beeinträchtigte Pflegekinder im Rahmen der geplanten SGB VIII Reform.

Wir verwiesen hier insbesondere auf das mit der KIAP Schleswig-Holstein e.V. erarbeitete Positionspapier zu den politischen Forderungen, die im Rahmen des Reformprozesses berücksichtigt werden sollten und überreichten das Papier an die Sozialministerin, die uns berichtete, dass sie in den kommenden Wochen hierzu weiterführende Gespräche mit der Bundesfamilienministerin führen wird.

Frau Ministerin Dr. Reimann betonte auch, dass sie gemeinsam mit der Bundesfamilienministerin bestrebt ist, eine Lösung umzusetzen, die am Wohl der beeinträchtigten Pflegekinder orientiert sein soll.

Es bleibe allerdings abzuwarten, wie der politische Diskurs durch die Fraktionen hierzu weiter fortgeführt wird.

Nicole Fiebig überreichte abschließend ihr Buch „Mein Weg vom Pflegekind zur Pflegemutter“, was Frau Dr. Reimann interessiert entgegen nahm.

Wir danken Frau Ministerin Dr. Reimann für das Interesse an unserer ehrenamtlichen Arbeit und auch für ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines Erinnerungsfotos und hoffen, weiter mit dem niedersächsischen Sozialministerium im Austausch zu bleiben.

 455 total views,  24 views today

Wichtige Information für Pflegeeltern im Landkreis Börde, Sachsen-Anhalt

Das JA des Landkreises Börde in Sachsen-Anhalt legt Pflegeeltern aktuell einen Pflegevertrag zur Unterschrift vor, gegen den nach Prüfung durch einen im Pflegekinderwesen renommierten Rechtsanwalt erhebliche Bedenken bestehen.

Wir raten dringend davon ab, diesen Vertrag zu unterzeichnen oder mündlich zu vereinbaren, denn:

der Vertrag nimmt den Pflegeeltern unter anderem die Möglichkeit , im Falle einer unberechtigten Herausnahme des Kindes durch das Jugendamt einen Antrag auf Verbleib gemäß § 1632 (4) (Antrag auf Erlass einer Verbleibensanordnung) zu stellen, sofern Pflegeeltern der Ansicht sind, dass die Beendigung des Pflegeverhältnissses gegen das Kindeswohl verstößt.

Auch gegen die Unverletzlichkeit der Wohnung gem. Artikel 13 GG wird in diesem Vertrag verstoßen.

Wir bemühen uns bereits um einen Gesprächstermin mit dem Landrat des Bördelandkreises, um dieses Vorgehen zu erörtern.

Bei weiteren Fragen von Pflegeeltern sind wir unter unserer Mailadresse zu erreichen.

 775 total views,  6 views today

Was fällt im Zusammenleben mit FAS Kindern auf? Alles kann…. Nichts muss!

  • Hohe Ablenkbarkeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Lange Reaktionszeiten auch bei stets wiederkehrenden Aufgaben, die sogar bereits bekannt sind
  • Antriebslosigkeit, fehlende Motivation
  • Lernschwierigkeiten (Dyskalkulie/Legasthenie)
  • Unruhe- und Spannungszustände (Hyperaktivität)
  • Erschöpfungszustände auch nach geringsten Anstrengungen
  • Stressempfindlichkeit
  • Handlungs-/ Planungsprobleme (gestörte Exekutivfunktionen)
  • Wenig bis gar kein Gefahrenbewusstsein, Arglosigkeit, Naivität
  • Distanzlosigkeit
  • Hohe Sensibilität und Reizoffenheit
  • Ordnungssinn eingeschränkt, nicht vorhanden oder nicht nachvollziehbar
  • Unrealistische Wünsche und Ideen bezüglich Kleidung, Beruf, Lebensführung
  • Wenig Empathie aber oft soziales Verhalten anderen schwächeren Menschen gegenüber
  • Verleitbarkeit für alles ,was verboten oder unerwünscht ist
  • mangelnde Impulskontrolle, heftige Gefühlsausbrüche
  • Hohe Motivation für Interessen, die sie fesseln
  • Kreativität (künstlerische Begabung)
  • Oft clevere und bisweilen humorvolle Lösungsfindungsstrategien, um den eigenen Willen durchzusetzen
  • Oft sprachlich sehr geschickt, allerdings oft auch Party-talking

Welche Unterstützung und Hilfestellung ist im Alltag sinnvoll?

 170 total views,  6 views today

Sommerfest am Heidesee

Sommerfest am Heidesee

Liebe Mitglieder und Freunde,
uns ist es eine Herzensangelegenheit für eure treue Unterstützung einmal „DANKE“ zu sagen.
Aus diesem Grund möchten wir mit „PAUL“ im nächsten Jahr ein Sommerfest veranstalten.
Dieses werden wir beim 14. Pflegeelterntreffen am Ferienpark Heidesee Oberohe 25, 29328 Faßberg stattfinden lassen und würden euch hiermit am Samstag, den 23.05.2020, ab 11:00 Uhr herzlich dazu einladen.


Der Ferienpark Heidesee (www.campingheidesee.com) bietet für alle etwas und man kann sich beim gemütlichen Zusammensitzen kennenlernen und austauschen.
Herr Joachim Kabey von Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung (www.quadkinder.com/joachim) hat uns kontaktiert und möchte unseren Kindern an diesem Tage mit seinen Freunden und ihren Fahrzeugen ein paar schöne Stunden am Heidesee bereiten.


Zum Nachmittag wollen wir mit allen gemeinsam Grillen und den Tag ausklingen lassen.
Die Kosten für Getränke, Sachen für den Grill und der Tageseintritt wird vom „PAUL“ übernommen. Es wäre nett,
wenn einige von Euch eventuell den einen oder anderen leckeren Salat beisteuern würden.


Wir bitten um eine verbindliche Rückmeldung mit Angabe der Teilnehmeranzahl (Kinder + Erwachsene) und wer was Leckeres mitbringt, per Mail an hoffmann@paul-niedersachsen.de oder telefonisch unter 04435 – 38 79 74 bei Kai und Sylvia Hoffmann bis zum 15.05.2020.
Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste und ein gemütliches Zusammensein.

 90 total views,  5 views today

Weihnachtsgrüße des Vorstandes

Weihnachtsgrüße des Vorstandes

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessierte,

bevor uns alle die weihnachtlichen Vorbereitungen und das fröhliche Treiben einholt, möchten wir Euch Allen ein fröhliches  Weihnachtsfest  und einen guten Rutsch in das Neue Jahr 2020 wünschen.

Ihr werdet die Festtage hoffentlich neben Allem, an das gedacht werden muss, auch besinnlich genießen können und vielleicht auch etwas zur Ruhe kommen.

Das Jahr 2019 war für Paul das zweite Jahr nach Gründung, in dem wir uns dafür stark gemacht haben, dass Pflegekinder und Pflegefamilien endlich eine Lobby bekommen und sich die Bedingungen im Pflegekinderwesen grundlegend zum Wohle der Kinder verbessern.

Neben der Beistandsarbeit für unsere Mitgliedsfamilien haben wir uns auch wieder um die Organisation eines rechtlichen Seminars in Braunschweig mit Frau Rechtsanwältin Steffi Lampert aus Hamburg gekümmert.

Im Mai wurden Pflegeeltern einen Tag lang von der im Kindschaftsrecht besonders erfahrenen Anwältin zu ihren Rechten und Pflichten unter besonderer Berücksichtigung bindungs- und sozialpädagogischer Aspekte informiert. Auch der Austausch von Erfahrungen und individuelle Fragen kamen an diesem Tag nicht zu kurz, während die Kinder gut betreut gespielt und gebastelt haben.

Im Mai fand dann auch die Schühchen- Aktion vor dem Landtag in Hannover statt, bei der Paul Niedersachsen gemeinsam mit der Elterninitiative aus Hameln die Landespolitik auf die Missstände im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe und des Kinderschutzes aufmerksam machte.  

Wir sind auch weiterhin mit Politikern  aus Land und Bund im Kontakt und werden die Interessen von Pflegekindern hier ganz besonders hervorheben und bei allem immer wieder das Kindeswohl  in den Mittelpunkt rücken.

So werden wir im Februar in einem persönlichen Gespräch mit der niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Reimann in Hannover unsere speziell auf die landespolitischen Bedingungen abgestimmten Forderungen zur Fremdunterbringung von Kindern und Jugendlichen erörtern.

Dabei werden wir die Bedingungen der Kinder- und Jugendhilfe als ein wesentliches Instrument des Kinderschutzes in Niedersachsen in den Mittelpunkt setzen.

Unsere Aktivitäten wurden im vergangenen Jahr durch zahlreiche Geldspenden unterstützt.

Eines unserer Mitglieder, das in diesem Jahr verstorben ist und dessen Verlust wir betrauern müssen, ehrte Paul Niedersachsens  Arbeit, indem es anlässlich seiner Beisetzung anstelle von Blumenspenden um Geldspenden für  den Landesverband bat.

Wir sind gerührt über diese feine und wertschätzende Geste und werden diese Pflegemutter in dankbarer Erinnerung behalten.

Auch die Krombacher Brauerei wählte Paul Niedersachsen e.V. als Spendenempfänger ihrer breit angelegten und bundesweiten Förderung sozialer Projekte aus.

Wir konnten hier 2.500,00 € entgegennehmen und werden damit unsere vielfältige Beistandsarbeit für unsere Mitglieder auf breitere Füße stellen.

Und dann waren wir Ende Oktober ins Bundesfamilienministerium nach Berlin eingeladen und konnten dort die aktualisierten und den neueren Entwicklungen im Pflegekinderwesen angepassten politischen Forderungen im dortigen Rechtsreferat vortragen und anhand praxisnaher Fälle in anonymisierter Form erörtern.

Wir verabredeten einen weiteren Austausch mit dem BMFSFJ, wenn die Reform des SGB VIII zum Abschluss kommt. Unsere Anregungen fanden interessierten Anklang und sollen auch im Rahmen des Dialogprozesses mit einfließen in die geplanten Gesetzesänderungen.

An dieser Stelle sei nochmals Danke gesagt für die konstruktive und bereichernde Zusammenarbeit mit der KIAP Schleswig-Holstein e.V.  vertreten durch Marlis Peters und Axel Symancyk von der Projektgruppe Strukturanalyse Fremdunterbringung gedankt, die uns an ihren Erfahrungen im Bereich der politischen Lobbyarbeit haben teilhaben lassen.

An ihre langjährigen Bemühungen knüpfen wir nun an und gemeinsam kann weiter daran gearbeitet werden.

In Bezug auf die Mitgliederentwicklung von PAUL Niedersachsen e.V. gibt es sehr Erfreuliches zu berichten.

Mit mittlerweile vier regional sehr aktiven Pflege- und Adoptivelternvereinen in Niedersachsen, in denen sich 104 Mitglieder organisiert haben, und mit weiteren 125 Einzelmitgliedern auch aus den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Hessen, Bremen, Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg  und Sachsen-Anhalt vertreten wir als unabhängiger Landesverband also bereits 229 Pflegeeltern und andere am Pflegekinderwesen Interessierte …. und das zwei Jahre nach Gründung von Paul Niedersachsen e.V.!

Das ist für uns die Motivation genau so weiterzumachen und all unsere Kräfte weiter dafür einzusetzen, Paul auch im kommenden Jahr weiter wachsen zu lassen und eine starke Stimme für das Wohl von Pflegekindern zu sein.

Für das uns als Vorstand entgegengebrachte Vertrauen und die konstruktive Zusammenarbeit bedanken wir uns herzlich bei Euch Allen und werden auch im kommenden Jahr darum bemüht sein, Eure Erwartungen zu erfüllen.

Bitte regt uns im Vorstand weiter an, teilt uns Eure Ideen mit und lasst uns solidarisch miteinander dafür eintreten, dass unsere Pflegekinder noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden, damit sie gedeihliche Bedingungen vorfinden.

Bitte merkt Euch auch schon unsere Mitgliederversammlung am 14.03.2020 vor.

Genauere Infos zu Ort und Zeit sowie der geplanten Tagesordnung werden frühzeitig auf der Homepage bekanntgegeben. Wir würden uns sehr freuen, wenn ihr zahlreich anwesend seid, denn:

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“  Wilhelm von Humbold

Für das aber nun in Kürze bevorstehende Weihnachtsfest wünschen wir euch und euren Familien viele besinnliche Stunden und warme Begegnungen im Kreise der Familie.

Für den Jahreswechsel einen guten Rutsch und im neuen Jahr viel Gesundheit, Kraft und Zufriedenheit!

Frohe Weihnachten und alle guten Wünsche zum Neuen Jahr!

Euer Vorstand

vom Unabhängigen Landesverband Pflege-und Adoptivfamilien- (Paul) Niedersachsen e.V.

Silke Hagen-Bleuel            Kai Hoffmann                 Jörg Picker                           Nicole Fiebig

          Sabine Odegaard-Zastawniak       Anke Stührenberg        Kirsten Wandschneider

 186 total views,  3 views today

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 29.10.2019 in Berlin

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 29.10.2019 in Berlin

Am 29.10.2019 war Paul Niedersachsen e.V. zu einem zweistündigen Gespräch ins Bundesministerium nach Berlin eingeladen.

Dieser Einladung folgten die Schriftführerin, Nicole Fiebig und die 1. Vorsitzende, Silke Hagen-Bleuel, nachdem sie vorab gemeinsam mit Marlis Peters vom Vorstand der KIAP Schleswig-Holstein e.V. und beraten durch Axel Symancyk von der Projektgruppe Strukturanalyse Fremdunterbringung die politischen Forderungen zur Pflegekinderhilfe / zum Kinderschutz intensiv überarbeitet bzw. aktualisiert haben.

So konnte den Mitwirkenden am SGB VIII Reformprozess aus dem Referat Rechtsfragen Kinder- und Jugendhilfe im BMFSFJ fachlich konkretisiert vorgetragen werden, wo die Bedingungen für Pflegekinder und ihre Pflegefamilien wesentlicher und grundlegender Veränderungen bedürfen.

Die beiden Vorstandsmitglieder erörterten die deutlich verbesserungswürdigen Bedingungen für Pflegekinder und damit verbunden auch die Schwierigkeiten, mit denen Pflegeeltern immer wieder an Grenzen stoßen.

Paul Niedersachsen betonte, dass die Pflegeeltern zwar diejenigen sind, die die ihnen anvertrauten Pflegekinder am besten kennen, ihre Bedürfnisse im täglichen Zusammenleben spüren, ihnen Versorgung und Schutz bieten sollen, allerdings leider im Normalfall keinerlei Rechtsstatus besitzen, um von den am Hilfeverfahren beteiligten Sozialarbeitern der Jugendhilfeträger gehört zu werden.

So werden Pflegeeltern oft wie Dienstleister behandelt und nicht als ernstzunehmender Partner der Jugendhilfeträger wahrgenommen geschweige denn als solcher gewertschätzt.

Dabei bietet die familiäre Vollzeitpflege aus zweierlei Hinsicht eine große Ressource unserer Solidargemeinschaft:

Für Kinder, die nicht bei ihren Herkunftseltern oder in einer Adoptivfamilie aufwachsen können, ist die Unterbringung im Rahmen einer Fremdplatzierung bei Pflegeeltern die am kindlichen Bedürfnis nach Bindung orientierte und daher am besten geeignete Möglichkeit, ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu fördern. Zudem ist auch aus Kostenersparnisgründen aus Sicht der öffentlichen Jugendhilfeträger eine Pflegefamilie der Unterbringung in einer Heimeinrichtung vorzuziehen.

Im Ministerium stießen unsere Anregungen das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen zu setzen, und anders als bisher nicht die leiblichen personensorgeberechtigten Eltern bzw. Vormünder als Anspruchsteller auf Leistungen im Rahmen der Hilfe zur Erziehung einzusetzen, sondern die Kinder selbst zu Anspruchstellern zu machen, auf großes Interesse und fanden  verständnisvollen Zuspruch.

Die beiden Vertreter von Paul Niedersachsen e.V. berichteten den Damen aus dem Referat Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe weiter über die Auswirkungen des mangelnden rechtlichen Einflusses von Pflegeeltern auf die kontinuitätssichernde Perspektivplanung für ihre Pflegekinder.

Aus den Erfahrungen im Rahmen der Beistandsarbeit schilderten wir Fälle, in denen Pflegekinder auch nach mehreren Jahren in ihrer Pflegefamilie noch aus dieser herausgenommen wurden und in Heimeinrichtungen landeten, weil Pflegeeltern Anträge auf mehr Unterstützung gestellt hatten oder aus Sicht von Jugendämtern die Pflegeeltern plötzlich nicht mehr als geeignet betrachtet wurden. Paul Niedersachsen trug vor, dass es eine individuelle Bedarfsermittlung im Einzelfall, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, ohne Sach-, Kosten- und Personalzwänge, unter verbindlicher Beteiligung der Pflegefamilien durchgeführt werden muss.

Pflegefamilien nach §33 SGB VIII sind keine Dienstleister, Angestellte, oder Weisungsempfänger eines jeweiligen Jugendamtes!

Eine solche Haltung verhindert eine konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe in Bezug auf die Bedürfnisse des Kindes und dessen gedeihliche Entwicklung.

Dem Ministerium teilte Paul Niedersachsen mit, dass teilweise systematisch aufgebaute verwaltungstechnische Hemmnisse bei der Leistungsgewährung konsequent beseitigt werden müssen.

Auch die sozialrechtlichen Bedingungen im Rahmen der Alters- und Unfallvorsorge  für Pflegeeltern in allen Pflegeformen der Vollzeitpflege wurden erörtert.

Das Recht auf Beratung und Begleitung der Pflegefamilien zu stärken und auszubauen sowie die Einführung bundesweit gültiger und nachvollziehbarer fachlicher Standards in der Kinder- und Jugendhilfe voranzutreiben, trugen wir eindringlich vor.

Unsere Anliegen, Fragen und Forderungen, die wir auch in hier angehängter schriftlicher Form dem Ministerium übergeben haben, wurden wertschätzend aufgenommen und einige wesentliche Punkte konnten übereinstimmend als änderungswürdig eingeordnet werden.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit es gelingen kann, alle am SGB VIII Reformprozess beteiligten Gruppen und familienpolitischen Verbände sowie die politischen Mandatsträger im Bundestag und nicht zuletzt auch das Bundesfamilienministerium für die dringend notwendigen Änderungsansätze überzeugen zu können.

Laut Aussage des Bundesministeriums wird der Reformprozess in diesem Jahr noch nicht beendet werden können, sodass wir mit Paul Niedersachsen weiter die Gelegenheit nutzen werden, politische Lobbyarbeit für Pflegekinder zu betreiben.

Es wurde auf Wunsch aller Gesprächsteilnehmer verabredet, weiter im Kontakt und Austausch zu bleiben.

Paul Niedersachsen e.V. bedankt sich für dieses wirklich konstruktiv geführte Gespräch im Bundesministerium und hofft darauf, dass die von uns angeregten Änderungen im Rahmen der Reform des SGB VIII umgesetzt werden.

Lachendorf, im November 2019 Frau silke Hagen-Bleuel, 1. Vorsitzende

 438 total views,  6 views today

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit Philipp Raulfs, Mitglied des niedersächsischen Landtags

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit Philipp Raulfs, Mitglied des niedersächsischen Landtags

Mitte Oktober 2019 fand auf Wunsch einer Pflegemutter  aus Gifhorn ein  Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten und stellvertretendem Mitglied der Kinderkommission Niedersachsen , Herrn Philipp Raulfs in Gifhorn statt, das dazu genutzt wurde, den engagierten SPD Politiker über die Bedingungen von Pflegekindern und den Pflegefamilien im Landkreis Gifhorn zu informieren.

Bild von falco auf Pixabay

Die 1. Vorsitzende, Silke Hagen-Bleuel, beantwortete zusammen mit der Pflegemutter  die interessierten Fragen von Herrn Raulfs und bezog sich hierbei explizit auch auf die Prüfungsmitteilung  der überörtlichen Kommunalprüfung durch den Niedersächsischen Landesrechnungshofs, die vom 18.01.2019 datiert ist und öffentlich nachlesbar ist.

Der Prüfbericht hält unter anderem Folgendes fest:

„Die Kommunen benötigen eine ausreichende Anzahl an potentiellen Pflegeeltern, um Kinder und Jugendliche in eine passende Pflegefamilie vermitteln zu können. Nur so haben sie die Möglichkeit, eventuelle finanzielle Vorteile für sich zu realisieren und zugleich den Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen zu eröffnen (vgl. Abschnitt 6.1 – SGB VIII).“

Quelle: https://www.diepholz.de/allris/vo020.asp?VOLFDNR=1001760  vom 24.10.2019

Als Ergebnis des Gesprächs wurde festgehalten, dass die familiäre Vollzeitpflege im Rahmen der Pflegekinderhilfe eine überaus große Ressource sowohl für das hilfebedürftige Kind als auch für die öffentliche Jugendhilfeträger ist und Pflegefamilien das notwendige Maß an Unterstützung unbedingt erhalten sollten, damit auch weitere Familien als Pflegefamilien für Pflegekinder gewonnen werden können.

Kinder können von einer familiären und bedarfsgerechten Unterbringung enorm profitieren, wenn die Aufnahme eines Pflegekindes in eine Pflegefamilie nicht einfach nur als kostengünstige Unterbringung des Kindes betrachtet wird, sondern die Pflegefamilie unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Pflegekindes auch dabei unterstützt und begleitet wird.

Herr MdL Raulfs sagte Paul Niedersachsen e.V. auch zu, sich für einen Gesprächstermin im  Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung einzusetzen.

Wir danken Herrn MdL Raulfs für das konstruktive Gespräch und bleiben weiter im Kontakt mit ihm.

 405 total views

Nachruf

„Das einzig Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir weggehen.“

Albert Schweitzer

Wir erinnern in ehrendem Gedenken an

                          Heidrun Stiffel

die im Alter von 70 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit am 23.Oktober 2019 verstorben ist.

Heidrun hat länger als dreißig Jahre als Pflegemutter gemeinsam mit ihrem Ehemann Werner nicht nur ihren eigenen Kindern Hoffnung, große Liebe und vorbehaltloses Verständnis entgegengebracht, sondern auch zehn Dauerpflegekindern und vielen Bereitschaftspflegekindern eine neue Perspektive mit auf den Lebensweg gegeben.

Heidrun hat sich darüber hinaus mit ihrem Ehemann auch für die Förderung der Vernetzung von Pflegeeltern eingesetzt und über zwanzig Jahre im Landkreis Rotenburg/Wümme eine Pflegeelterngruppe geleitet und mit ihrem großen Wissen bereichert.

Wir danken ihr für ihre warmherzige Verbundenheit zu unserem Landesverband und sind trauernd an der Seite ihrer Familie, die diesen schmerzlichen Verlust ertragen muss.

„Heidrun, wir behalten Dich in dankbarer Erinnerung.“

Lachendorf, den 25.10.2019

 333 total views

FASD

Die Fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD) sind die häufigste Ursache für geistige Behinderungen. Sie entstehen durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft.

Wie äußert sich FASD?

Die oft normale Intelligenz steht nicht selten im Widerspruch zu Problemen der Betroffenen in der alltäglichen Lebensführung, die auch als tertiäre Störungen bezeichnet werden. Als typische Symptome sind hier vor allem Labilität, Antriebsarmut und Desinteresse sowie distanzloses oder enthemmtes Verhalten in sozialen Situationen zu nennen.

Probleme liegen in den Bereichen der schulischen Ausbildung, der Arbeits- sowie Wohnsituation, des Selbst- und Fremdwahrnehmung, der exekutiven Funktionen, des Sexualverhaltens und der psychischen Gesundheit.

Erklärvideo

 276 total views