Paul im Gespräch mit der niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Reimann

Am 18. Februar haben die beiden Vorstandsmitglieder Nicole Fiebig und Silke Hagen-Bleuel die ehrenamtliche Arbeit von Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit der niedersächsischen Sozialministerin Frau Dr. Reimann vorgestellt.

Es wurde erörtert, inwiefern Pflegeeltern Unterstützung durch Paul erfahren und wie diese sich auch positiv auf die Pflegekinder auswirkt, die häufig traumatisiert und stark belastet sind und daraus resultierend ein hohes Maß an Stabilität und Sicherheit brauchen.

Die Ministerin ließ sich die von unseren Mitgliedern besonders stark in Anspruch genommene Beistandsarbeit erläutern, fragte interessiert nach, wie das leistbar ist und wie viele Pflegefamilien Paul aktuell unterstützt bzw. begleitet.

Unser ehrenamtliches Engagement nahm Frau Dr. Reimann sehr interessiert auf, sodass wir den Alltag und die Anforderungen an Pflegekinder und ihre Pflegeeltern authentisch und ausführlich aus verschiedenen Perspektiven schildern konnten.

So stellten wir auch die systembedingten Probleme dar, die uns im Rahmen der Beistandsarbeit immer wieder auffallen und erörterten unter anderem auch die inklusive Lösung für beeinträchtigte Pflegekinder im Rahmen der geplanten SGB VIII Reform.

Wir verwiesen hier insbesondere auf das mit der KIAP Schleswig-Holstein e.V. erarbeitete Positionspapier zu den politischen Forderungen, die im Rahmen des Reformprozesses berücksichtigt werden sollten und überreichten das Papier an die Sozialministerin, die uns berichtete, dass sie in den kommenden Wochen hierzu weiterführende Gespräche mit der Bundesfamilienministerin führen wird.

Frau Ministerin Dr. Reimann betonte auch, dass sie gemeinsam mit der Bundesfamilienministerin bestrebt ist, eine Lösung umzusetzen, die am Wohl der beeinträchtigten Pflegekinder orientiert sein soll.

Es bleibe allerdings abzuwarten, wie der politische Diskurs durch die Fraktionen hierzu weiter fortgeführt wird.

Nicole Fiebig überreichte abschließend ihr Buch „Mein Weg vom Pflegekind zur Pflegemutter“, was Frau Dr. Reimann interessiert entgegen nahm.

Wir danken Frau Ministerin Dr. Reimann für das Interesse an unserer ehrenamtlichen Arbeit und auch für ihre Einwilligung zur Veröffentlichung eines Erinnerungsfotos und hoffen, weiter mit dem niedersächsischen Sozialministerium im Austausch zu bleiben.

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Sommerfest am Heidesee

Sommerfest am Heidesee

Liebe Mitglieder und Freunde,
uns ist es eine Herzensangelegenheit für eure treue Unterstützung einmal „DANKE“ zu sagen.
Aus diesem Grund möchten wir mit „PAUL“ im nächsten Jahr ein Sommerfest veranstalten.
Dieses werden wir beim 14. Pflegeelterntreffen am Ferienpark Heidesee Oberohe 25, 29328 Faßberg stattfinden lassen und würden euch hiermit am Samstag, den 23.05.2020, ab 11:00 Uhr herzlich dazu einladen.


Der Ferienpark Heidesee (www.campingheidesee.com) bietet für alle etwas und man kann sich beim gemütlichen Zusammensitzen kennenlernen und austauschen.
Herr Joachim Kabey von Quadkinder Bremen, Hamburg und Umgebung (www.quadkinder.com/joachim) hat uns kontaktiert und möchte unseren Kindern an diesem Tage mit seinen Freunden und ihren Fahrzeugen ein paar schöne Stunden am Heidesee bereiten.


Zum Nachmittag wollen wir mit allen gemeinsam Grillen und den Tag ausklingen lassen.
Die Kosten für Getränke, Sachen für den Grill und der Tageseintritt wird vom „PAUL“ übernommen. Es wäre nett,
wenn einige von Euch eventuell den einen oder anderen leckeren Salat beisteuern würden.


Wir bitten um eine verbindliche Rückmeldung mit Angabe der Teilnehmeranzahl (Kinder + Erwachsene) und wer was Leckeres mitbringt, per Mail an hoffmann@paul-niedersachsen.de oder telefonisch unter 04435 – 38 79 74 bei Kai und Sylvia Hoffmann bis zum 15.05.2020.
Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste und ein gemütliches Zusammensein.

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Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 29.10.2019 in Berlin

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend am 29.10.2019 in Berlin

Am 29.10.2019 war Paul Niedersachsen e.V. zu einem zweistündigen Gespräch ins Bundesministerium nach Berlin eingeladen.

Dieser Einladung folgten die Schriftführerin, Nicole Fiebig und die 1. Vorsitzende, Silke Hagen-Bleuel, nachdem sie vorab gemeinsam mit Marlis Peters vom Vorstand der KIAP Schleswig-Holstein e.V. und beraten durch Axel Symancyk von der Projektgruppe Strukturanalyse Fremdunterbringung die politischen Forderungen zur Pflegekinderhilfe / zum Kinderschutz intensiv überarbeitet bzw. aktualisiert haben.

So konnte den Mitwirkenden am SGB VIII Reformprozess aus dem Referat Rechtsfragen Kinder- und Jugendhilfe im BMFSFJ fachlich konkretisiert vorgetragen werden, wo die Bedingungen für Pflegekinder und ihre Pflegefamilien wesentlicher und grundlegender Veränderungen bedürfen.

Die beiden Vorstandsmitglieder erörterten die deutlich verbesserungswürdigen Bedingungen für Pflegekinder und damit verbunden auch die Schwierigkeiten, mit denen Pflegeeltern immer wieder an Grenzen stoßen.

Paul Niedersachsen betonte, dass die Pflegeeltern zwar diejenigen sind, die die ihnen anvertrauten Pflegekinder am besten kennen, ihre Bedürfnisse im täglichen Zusammenleben spüren, ihnen Versorgung und Schutz bieten sollen, allerdings leider im Normalfall keinerlei Rechtsstatus besitzen, um von den am Hilfeverfahren beteiligten Sozialarbeitern der Jugendhilfeträger gehört zu werden.

So werden Pflegeeltern oft wie Dienstleister behandelt und nicht als ernstzunehmender Partner der Jugendhilfeträger wahrgenommen geschweige denn als solcher gewertschätzt.

Dabei bietet die familiäre Vollzeitpflege aus zweierlei Hinsicht eine große Ressource unserer Solidargemeinschaft:

Für Kinder, die nicht bei ihren Herkunftseltern oder in einer Adoptivfamilie aufwachsen können, ist die Unterbringung im Rahmen einer Fremdplatzierung bei Pflegeeltern die am kindlichen Bedürfnis nach Bindung orientierte und daher am besten geeignete Möglichkeit, ihr Wachstum und ihre Entwicklung zu fördern. Zudem ist auch aus Kostenersparnisgründen aus Sicht der öffentlichen Jugendhilfeträger eine Pflegefamilie der Unterbringung in einer Heimeinrichtung vorzuziehen.

Im Ministerium stießen unsere Anregungen das Kind in den Mittelpunkt aller Bemühungen zu setzen, und anders als bisher nicht die leiblichen personensorgeberechtigten Eltern bzw. Vormünder als Anspruchsteller auf Leistungen im Rahmen der Hilfe zur Erziehung einzusetzen, sondern die Kinder selbst zu Anspruchstellern zu machen, auf großes Interesse und fanden  verständnisvollen Zuspruch.

Die beiden Vertreter von Paul Niedersachsen e.V. berichteten den Damen aus dem Referat Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe weiter über die Auswirkungen des mangelnden rechtlichen Einflusses von Pflegeeltern auf die kontinuitätssichernde Perspektivplanung für ihre Pflegekinder.

Aus den Erfahrungen im Rahmen der Beistandsarbeit schilderten wir Fälle, in denen Pflegekinder auch nach mehreren Jahren in ihrer Pflegefamilie noch aus dieser herausgenommen wurden und in Heimeinrichtungen landeten, weil Pflegeeltern Anträge auf mehr Unterstützung gestellt hatten oder aus Sicht von Jugendämtern die Pflegeeltern plötzlich nicht mehr als geeignet betrachtet wurden. Paul Niedersachsen trug vor, dass es eine individuelle Bedarfsermittlung im Einzelfall, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, ohne Sach-, Kosten- und Personalzwänge, unter verbindlicher Beteiligung der Pflegefamilien durchgeführt werden muss.

Pflegefamilien nach §33 SGB VIII sind keine Dienstleister, Angestellte, oder Weisungsempfänger eines jeweiligen Jugendamtes!

Eine solche Haltung verhindert eine konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe in Bezug auf die Bedürfnisse des Kindes und dessen gedeihliche Entwicklung.

Dem Ministerium teilte Paul Niedersachsen mit, dass teilweise systematisch aufgebaute verwaltungstechnische Hemmnisse bei der Leistungsgewährung konsequent beseitigt werden müssen.

Auch die sozialrechtlichen Bedingungen im Rahmen der Alters- und Unfallvorsorge  für Pflegeeltern in allen Pflegeformen der Vollzeitpflege wurden erörtert.

Das Recht auf Beratung und Begleitung der Pflegefamilien zu stärken und auszubauen sowie die Einführung bundesweit gültiger und nachvollziehbarer fachlicher Standards in der Kinder- und Jugendhilfe voranzutreiben, trugen wir eindringlich vor.

Unsere Anliegen, Fragen und Forderungen, die wir auch in hier angehängter schriftlicher Form dem Ministerium übergeben haben, wurden wertschätzend aufgenommen und einige wesentliche Punkte konnten übereinstimmend als änderungswürdig eingeordnet werden.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit es gelingen kann, alle am SGB VIII Reformprozess beteiligten Gruppen und familienpolitischen Verbände sowie die politischen Mandatsträger im Bundestag und nicht zuletzt auch das Bundesfamilienministerium für die dringend notwendigen Änderungsansätze überzeugen zu können.

Laut Aussage des Bundesministeriums wird der Reformprozess in diesem Jahr noch nicht beendet werden können, sodass wir mit Paul Niedersachsen weiter die Gelegenheit nutzen werden, politische Lobbyarbeit für Pflegekinder zu betreiben.

Es wurde auf Wunsch aller Gesprächsteilnehmer verabredet, weiter im Kontakt und Austausch zu bleiben.

Paul Niedersachsen e.V. bedankt sich für dieses wirklich konstruktiv geführte Gespräch im Bundesministerium und hofft darauf, dass die von uns angeregten Änderungen im Rahmen der Reform des SGB VIII umgesetzt werden.

Lachendorf, im November 2019 Frau silke Hagen-Bleuel, 1. Vorsitzende

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Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit Philipp Raulfs, Mitglied des niedersächsischen Landtags

Paul Niedersachsen e.V. im Gespräch mit Philipp Raulfs, Mitglied des niedersächsischen Landtags

Mitte Oktober 2019 fand auf Wunsch einer Pflegemutter  aus Gifhorn ein  Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten und stellvertretendem Mitglied der Kinderkommission Niedersachsen , Herrn Philipp Raulfs in Gifhorn statt, das dazu genutzt wurde, den engagierten SPD Politiker über die Bedingungen von Pflegekindern und den Pflegefamilien im Landkreis Gifhorn zu informieren.

Bild von falco auf Pixabay

Die 1. Vorsitzende, Silke Hagen-Bleuel, beantwortete zusammen mit der Pflegemutter  die interessierten Fragen von Herrn Raulfs und bezog sich hierbei explizit auch auf die Prüfungsmitteilung  der überörtlichen Kommunalprüfung durch den Niedersächsischen Landesrechnungshofs, die vom 18.01.2019 datiert ist und öffentlich nachlesbar ist.

Der Prüfbericht hält unter anderem Folgendes fest:

„Die Kommunen benötigen eine ausreichende Anzahl an potentiellen Pflegeeltern, um Kinder und Jugendliche in eine passende Pflegefamilie vermitteln zu können. Nur so haben sie die Möglichkeit, eventuelle finanzielle Vorteile für sich zu realisieren und zugleich den Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen zu eröffnen (vgl. Abschnitt 6.1 – SGB VIII).“

Quelle: https://www.diepholz.de/allris/vo020.asp?VOLFDNR=1001760  vom 24.10.2019

Als Ergebnis des Gesprächs wurde festgehalten, dass die familiäre Vollzeitpflege im Rahmen der Pflegekinderhilfe eine überaus große Ressource sowohl für das hilfebedürftige Kind als auch für die öffentliche Jugendhilfeträger ist und Pflegefamilien das notwendige Maß an Unterstützung unbedingt erhalten sollten, damit auch weitere Familien als Pflegefamilien für Pflegekinder gewonnen werden können.

Kinder können von einer familiären und bedarfsgerechten Unterbringung enorm profitieren, wenn die Aufnahme eines Pflegekindes in eine Pflegefamilie nicht einfach nur als kostengünstige Unterbringung des Kindes betrachtet wird, sondern die Pflegefamilie unter Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse des Pflegekindes auch dabei unterstützt und begleitet wird.

Herr MdL Raulfs sagte Paul Niedersachsen e.V. auch zu, sich für einen Gesprächstermin im  Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung einzusetzen.

Wir danken Herrn MdL Raulfs für das konstruktive Gespräch und bleiben weiter im Kontakt mit ihm.

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Pflegekinderhilfe bedarf weiterhin grundlegender Änderungen

Am 5.10.2019 trafen sich Marlis Peters ( Kiap Schleswig-Holstein e.V.) , Axel Symancyk als Berater (Projektgruppe Strukturanalyse Fremdunterbringung) sowie Nicole Fiebig und Silke Hagen-Bleuel (Paul Niedersachsen e.V.)  in Lauenburg an der Elbe.

Die Vorstandsmitglieder der beiden Landesverbände erörterten ihre Erfahrungen bei der Umsetzung der Pflegekinderhilfe in den von Ihnen vertretenen Bundesländern.

Dabei stellte sich heraus, dass es weiterhin grundlegender Änderungen bedarf, die im Rahmen des aktuell stattfindenden Reformprozesses des SGB VIII Berücksichtigung finden müssen, damit Kinder in Fremdunterbringung gedeihliche und bessere Bedingungen vorfinden. Es wurden erste Schritte dahin getan, die politischen Forderungen der Landesverbände aus 2005/2012 fortzuentwickeln.

Die beiden Landesverbände verabredeten, diesen Austausch im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für Kinder in Adoptiv- und Pflegefamilien fortzuführen und sich gemeinsam dafür einzusetzen.

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Austausch rund um das Pflegekinderwesen

Am 31.08.2019 trafen sich in der Bekos in Oldenburg, zu einem ausführlichen, informellen Austausch rund um das Pflegekinderwesen in Niedersachsen, die Vorstandsmitglieder der uns angeschlossenen und nahestehenden Pflegeelternvereine aus Verden, Celle, Oldenburg und Friesland. Es wurden Wünsche und Bedürfnisse von Pflegeeltern erörtert, Termine vereinbart, gemeinsame Aktivitäten ins Auge gefasst, persönliche Kontakte geknüpft, wichtige Informationen zu anstehenden Projekten ausgetauscht und weitere Ideen für die Zukunft gesammelt. Wir danken allen Beteiligten für die guten Anregungen und den offenen Austausch und freuen uns, dass am 22.02.2020 ein Anschlusstermin vereinbart werden konnte

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PAUL Niedersachsen e.V. weist auf interessante Prüfergebnisse des Landesrechnungshofes Niedersachsen hin

Der Landesrechnungshof Niedersachsen führte im Frühjahr 2018 eine überörtliche Kommunalprüfung zum Thema „Pflegekinder“ in den Landkreisen Helmstedt, Holzminden, Osnabrück, Rotenburg (Wümme), Vechta und Diepholz sowie den Städten Emden, Salzgitter, Wilhelmshaven und Wolfsburg durch.

Geprüft wurden für den Zeitraum 2013 bis 2017 die Hilfen für Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien gem. §§ 27, 33, 35a SGB VIII und gem.§§ 53, 54 Abs. 3 SGB XII.

Anlass der überörtlichen Kommunalprüfung war

die Feststellung der erheblich höheren Unterbringungskosten für die Hilfen zur Erziehung junger Menschen in Heimeinrichtungen (durchschnittlich 59.500 € jährlich/Hilfefall) im Verhältnis zu den Kosten der Betreuung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien (durchschnittlich 16.500 € jährlich/Hilfefall) in Niedersachsen.

Die geringe Zahl der untergebrachten Kinder und Jugendlichen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen in Pflegefamilien sollte zudem durch die Prüfung stärker in den Fokus rücken.

Ergebnisse der Prüfung:

In allen geprüften Kommunen waren insgesamt mehr Kinder und Jugendliche (mit und ohne Behinderungen) in Pflegefamilien untergebracht als in Heimen, die finanziellen Aufwendungen für Pflegefamilien lagen jedoch deutlich unter den Aufwendungen für Kinder und Jugendliche in Heimen.

  • Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen in Heimen der Behindertenhilfe lag insgesamt viermal so hoch wie die Zahl der Betreuten mit Behinderungen in Pflegefamilien.

Alle Kommunen sollten in diesem Bereich mehr potenzielle Pflegefamilien werben und klare Verantwortlichkeiten zwischen den Sozialhilfeträgern regeln.

  • Seit 01.12.2017 gibt es im Landkreis Diepholz eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Fachdiensten Soziales, Jugend und Gesundheit. Darin sind klare Verantwortlichkeiten geregelt. So wird z.B. die Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII vom Fachdienst Jugend durch die Fachkräfte des ASD durchgeführt und die Betreuung der Pflegefamilie durch die Fachkräfte der Pflegekinderhilfe unter eventueller Einbeziehung des Gesundheitsamtes.
  • Der Landkreis Diepholz gewährt für die Unterbringung von behinderten Kindern und Jugendlichen die höchste Pflegestufe „sonderpädagogische Pflegeform“. Diese Regelung entspricht den Anforderungen des Landesrechnungshofes.
  • Für alle Kommunen gilt, dass eine passgenaue Vermittlung von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien nur gelingt, wenn eine ausreichende Anzahl potentieller Pflegefamilien für alle Pflegeformen vorhanden ist.
  • Die Öffentlichkeitsarbeit sollte in allen Kommunen optimiert werden, insbesondere auch mit dem Ziel der gezielten Akquise potentieller Pflegepersonen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung.

Quelle zum Nachlesen von Einzelheiten und Details dieser Prüfung:

Prüfungsmitteilung

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PAUL Niedersachsen e.V. zum Gespräch mit dem BMFSFJ

Unser Vorstandsmitglied Nicole Fiebig hat in einem persönlichen Gesprächstermin im Juli 2019 mit der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Frau Dr. Giffey und der zuständigen Referatsleiterin für Rechtsfragen in der Kinder- und Jugendhilfe  über ihre tiefgreifenden Erfahrungen als ehemaliges Heim- und Pflegekind sprechen können.

Nicole Fiebig hat darüber berichtet, was sie als Kind erlebt hat, wie ihr Lebensweg verlief und vor allem was ihr in ihrer Entwicklung am meisten geholfen hat… nämlich die Unterstützung durch ihre Pflegefamilie. Auch dass sie heute Pflegemutter und Gründungsmitglied des Paul Niedersachsen e.V. ist und sich so aktiv in die Unterstützung von Pflegekindern und ihrer Pflegefamilien mit einbringt, fand großes Interesse bei der Ministerin.

Die von Paul Niedersachsen e.V. sehr intensiv ausgeübte ehrenamtliche Beistandsarbeit für Pflegefamilien war ebenfalls Thema des sehr offenen Gesprächs, sodass unweigerlich auch das Auftreten von Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit Ämtern und der Familiengerichtsbarkeit und die daraus entstehenden Auswirkungen auf die Pflegekinder erörtert wurden.

Um die besondere Problematik und auch die Bedürfnisse von Pflegekindern noch eingehender anhand von Erfahrungen aus der Beistandsarbeit zu beleuchten, hat Paul Niedersachsen e. V. nun eine Einladung zum Gespräch ins Bundesministerium bekommen.

Es freut uns sehr, dass wir am 29.Oktober 2019 Gelegenheit zum Austausch mit dem Ministerium bekommen. Nicole Fiebig und die 1. Vorsitzende Silke Hagen-Bleuel werden den Termin gut vorbereitet wahrnehmen und dazu nutzen, die besonders schützenswerte Situation von Pflegekindern in den Mittelpunkt zu stellen, die großen Chancen der familiären Vollzeitpflege hervorzuheben, die Lobby von Pflegeeltern zu stärken und unsere aus der Praxis abgeleiteten Anregungen zur geplanten Reform des SGB VIII weiterzugeben.

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Treffen mit Herrn Grigorios Aggelidis (MdB) und Sprecher der FDP Fraktion für Familie und Senioren

Zu einem ausführlichen informellen Gespräch zum Thema „Aktuelle Bedingungen und Chancen für Pflegekinder im Rahmen der familiären Vollzeitpflege“ trafen sich der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der FDP Fraktion für Familie und Senioren, Grigorios Aggelidis, der FDP Kreistagsabgeordnete und Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Landkreises Celle, Charles M. Sievers, die 2. Vorsitzende des Pflegeelternvereins Celle und Umgebung e.V., Marina Groß sowie Silke Hagen-Bleuel als 1. Vorsitzende  des Pflege- und Adoptivfamilien- Unabhängiger Landesverband- PAUL Niedersachsen e.V. in Lachendorf.

Die besonders schützenswürdige Situation von Pflegekindern, die vor der Inpflegegabe häufig Opfer von Vernachlässigung, Misshandlung und/oder Missbrauch wurden und die schon aufgrund ihrer Trennung von den Herkunftseltern immer auch traumatisiert sind, machen es dringend notwendig, dass verlässliche Hilfs- und Schutzmaßnahmen individuell auf diese Kinder abgestimmt Sicherheit und Stabilität bieten.

Herr Sievers hob das große Engagement von Pflegeeltern hervor und beschrieb zugleich die fehlenden Möglichkeiten rein rechtlicher Art, denn Pflegeeltern haben im Regelfall kein Mitsprache- bzw. Antragsrecht für die ihnen anvertrauten Kinder, um die nötigen Hilfen beim Jugendhilfeträger beantragen zu können. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, Änderungen herbeizuführen, betonte Herr Sievers.

Die beiden Pflegemütter gaben umfassende Anregungen zur Berücksichtigung im Rahmen der gesetzlichen Reform des SGB VIII mit dem besonderen Blick auf die Bedürfnisse von Pflegekindern und machten eindrücklich deutlich, dass die Kinder- und Jugendhilfe ein wesentliches Instrument des Kinderschutzes sein sollte.

Herr Aggelidis sprach sich in diesem Zusammenhang dafür aus, Familienpolitik neu zu denken und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Hier betonte er insbesondere auch die Stärkung der Stellung von Pflegefamilien, indem Pflegeeltern der Beteiligtenstatus im Hilfeplanverfahren zustehen müsste, denn sie sind die Experten, die die Pflegekinder und ihre Bedürfnisse und die damit verbundenen Bedarfe so gut wie kein anderer kennen.

Daraus resultierte dann für alle Gesprächsteilnehmer auch die dringend erforderliche vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, das als Fachbehörde personell und sachlich gut ausgestattet sein muss, um Pflegeeltern zu qualifizieren und stetig weiterzubilden.

Die Schaffung unabhängiger Beratungsstellen für Eltern und insbesondere auch Pflegeeltern sowie eine Verbesserung der rechtlichen Bedingungen zur Fortsetzung der Jugendhilfe auch über das 18. Lebensjahr hinaus betrachteten Herr Aggelidis, Herr Sievers und die beiden Pflegemütter ebenfalls für erforderlich, denn oftmals sind auch Pflegekinder in ihrer Entwicklung bis zum 18. Lebensjahr ebenso wie Kinder ohne Biografiebrüche noch nicht soweit, um dann bereits völlig selbständig ihr Leben meistern zu können.

Vorzeitige Abbrüche oder Beendigungen von Pflegeverhältnissen sollten daher gerade bei Pflegekindern unbedingt vermieden werden.

Ein weiterer Gesprächspunkt ergab sich zum Thema FASD-fetale Alkoholspektrumstörungen und die damit verbundenen Schwierigkeiten für die betroffenen Kinder sowie ihre (Pflege)- und (Adoptiv) Eltern.

Es war einvernehmlich, dass intensiv an der Akzeptanz und Anerkennung seitens der Ämter und Sozialleistungsträger gearbeitet werden muss und auch Präventionskampagnen politisch dringend vorangetrieben werden sollten.

Wir danken Herrn Aggelidis und Herrn Sievers für das offene und konstruktive Gespräch und hoffen, dass sie die Anliegen von Pflegekindern weiterverfolgen und sich für die Umsetzung von notwendigen Veränderungen der bisherigen Gesetzesgrundlagen einsetzen.

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Mahnwache der Initiativgruppe „für die Kinder von Lügde“

wegen des 1. Urteils im Missbrauchsprozess:

Herzliche Einladung am 01. August 2019 nach Detmold zu kommen (das ist der nächste Verhandlungstag). Von 10.00 – 18.00 Uhr Mahnwache (am Bruchberg) in der Bruchstrasse in Detmold. Ihr erkennt das große Wohnmobil von Markus Diegmann (tour41.net). Gegen 12.00 Uhr Umzug zum Landgericht, um Solidarität mit allen Betroffenen von sexuellem Missbrauch und den Kindern von Lügde zu zeigen.

Quelle: Initiativgruppe für die „Kinder von Lügde“

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